Eingriffe im Bereich von Mund und Gesicht sind nicht nur häufig komplex, ihre Ergebnisse sind oft auch für alle sichtbar. Daher ist es besonders wichtig, sich für Operationen in diesem Bereich an Spezialisten zu wenden. Aber wie erkennt man Experten? Facharzttitel geben eine gute erste Orientierung. Fachzahnärzte für Oralchirurgie etwa haben sich zusätzlich zum Studium der Zahnmedizin vier Jahre lang weitergebildet und dabei auch Expertise im Bereich der Implantologie erlangt. Fachärzte für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie haben eine noch längere Ausbildung hinter sich: Sie müssen zunächst erfolgreich Humanmedizin und Zahnmedizin studiert haben, damit sie zur fünfjährigen Facharztweiterbildung zugelassen werden. Die Implantologie ist auch hier vollständig inbegriffen, ebenso wie die Therapie von Krankheiten, Brüchen, Fehlbildungen und Funktionsstörungen im Bereich von Mund, Kiefer und Gesicht.
Warum Implantate so erfolgreich sind
Zahnlücken sehen nicht nur unschön aus, sie destabilisieren auch den Zahnhalteapparat. Benachbarte Zähne verlieren ihre Stütze und können sich lockern. Um eine Lücke mit herkömmlichen Brücken zu schließen, müssen zur Befestigung des Zahnersatzes die gesunden Nachbarzähne angeschliffen werden – was gesunde Zahnsubstanz zerstört. Implantate dagegen sind künstliche Zahnwurzeln aus Titan oder Keramik, die direkt im Kiefer verankert werden. Auf ihnen wird dann später der sichtbare Teil des Zahnersatzes befestigt, ohne dafür Nachbarzähne schädigen zu müssen. Das ermöglicht sehr stabilen, langlebigen Zahnersatz, der nicht nur echt aussieht, sondern sich auch so anfühlt. Diese Lösung eignet sich für Zahnlücken jeder Größe bis hin zur Versorgung von komplett zahnlosen Kiefern.
Moderne computerunterstützte Implantation
Die kieferchirurgische Praxis mit dem Schwerpunkt Implantologie setzt auf hochmoderne Methoden und Geräte, die dem aktuellen Stand der Wissenschaft entsprechen. Die digitale Volumentomographie (DVT) ermöglicht durch dreidimensionale Schichtaufnahmen eine exakte Beurteilung der anatomischen Strukturen. Operative Eingriffe im Kieferbereich und Implantationen werden computerunterstützt mit höchster Präzision geplant. An oberster Stelle steht immer die Sicherheit des Patienten.
Schmerzfreie digitale Abformung
Bei der Implantatplanung steht die präzise Übertragung der Implantatposition sowie des umgebenden Weichgewebes im Vordergrund. Mit Hilfe des Intraoralscanners (3 shape TRIOS) wird innerhalb weniger Minuten die gesamte Mundsituation in ein präzises 3D-Bild verarbeitet. Die digitale Abformung und die dreidimensionalen Daten bieten die Möglichkeit einer exakten Implantatposition und der dazu individuell passenden Versorgung mit Zahnersatz. Die digitale Abformung ist schmerzfrei, schnell und dabei nahezu berührungsfrei.
Wie sich Kieferknochen aufbauen lässt
Voraussetzung dafür, dass Implantate stabil in den Knochen des Ober- oder Unterkiefers eingebracht werden können, ist ein ausreichend dicker Kieferknochen. Vor allem bei älteren Patienten kann es jedoch vorkommen, dass die Knochensubstanz sich bereits teilweise zurückgebildet hat und nicht mehr stark genug für den Eingriff ist. Betroffene müssen dennoch nicht auf implantatgetragenen Zahnersatz verzichten. Sie brauchen nur im Vorfeld noch eine weitere moderne Therapie, die aber in den vergangenen Jahren zur Routineaufgabe von MKG- und Oralchirurgen geworden ist: den Knochenaufbau. Dabei wird entweder eigenes Knochenmaterial von anderen Stellen an Kiefer, Kinn oder Becken entnommen und an der gewünschten Stelle fixiert. Oder es wird im Rahmen eines Sinuslifts Knochen in die Kieferhöhle eingebracht. Als Alternative zu Eigenknochen kommen auch verschiedene Knochenersatzmaterialien in Frage. In jedem Fall ist einige Monate nach dem Knochenaufbau – der Augmentation – der Kieferknochen wieder dick genug, um die Implantatschrauben stabil einzusetzen und schöne, neue Zähne darauf zu befestigen.
Tumore entfernen, Schönheit erhalten
Hautveränderungen im Gesichtsbereich sind ästhetisch oft störend und können ein Zeichen von Zellveränderungen sein. Bei Verdacht auf Hauttumoren wie Basaliome, Spinaliome oder Melanome wird das betroffene Areal durch MKG-Chirurgen entfernt und anschließend feingeweblich untersucht. Es braucht viel Erfahrung, um die Stelle durch Bewegung der umliegenden Haut so wieder zu schließen, dass der Eingriff später möglichst keine sichtbaren Narben hinterlässt. Kommen Patienten mit bereits bestehenden Narben in die Praxis, welche zum Beispiel die Mimikfunktion stören oder nicht ihren ästhetischen Wünschen genügen, können MKGChirurgen in einem kurzen Eingriff Abhilfe schaffen.
Dr. med. dent. Claudia Novacek & Dr. med. Udo E. Novacek